Transplantation

Während die Hämodialyse oder die Peritonealdialyse nur Teilfunktionen der Niere ersetzen können, bietet die erfolgreiche Nierentransplantation die besten Voraussetzungen hinsichtlich Lebensqualität und Ersatz der Nierenfunktion.

In den letzten Jahren sind viele Einschränkungen gegenüber einer geplanten Nierentransplantation weggefallen. Entscheidend bei der Abwägung, ob eine Nierentransplantation durchgeführt werden kann, sind nicht Einzelbefunde, sondern das Gesamtbefinden des Patienten. So ist zum Beispiel bei der Auswahl von Empfängern für Spendernieren ein Alter bis zu 70 Jahren kein Hinderungsgrund mehr.

Freilich können schwerwiegende Zweit- und Dritterkrankungen, wie sie natürlich bei älteren Patienten häufiger auftreten, eine Nierentransplantation unmöglich machen.

Wegen der zu geringen Zahl an zur Verfügung stehenden Organen stehen circa 7000 Patienten auf der Warteliste 20700 Transplantierten im Jahr 2005 gegenüber.

Derzeit muss von einer durchschnittlichen Wartezeit von 5 bis 7 Jahren für eine Nierenspende von einem verstorbenen Spender ausgegangen werden.



Lebendspende

Als Alternative gibt es die Lebendnierenspende von einem Verwandten (Ehepartnern, Eltern, Lebensgefährten). Dafür ist keine Wartezeit erforderlich. Außerdem ist die Nierenfunktion eines im Rahmen einer Lebendspende transplantierten Organs in der Regel sogar besser im Vergleich zu einer von einem Verstorbenen gespendeten Niere. Grundvoraussetzung für eine Lebendspende sind die absolute Freiwilligkeit der Spende sowie die Gesundheit des Spenders (damit ihm wegen der Spende keine gesundheitlichen Nachteile entstehen).


Vorbereitung für eine Nierentransplantation

Wünscht der Patient eine Nierentransplantation und bestehen keine grundsätzlichen Einwände (zum Beispiel Tumorerkrankungen oder hohes Alter), so erfolgen die zahlreichen vorbereitenden Untersuchungen (beim Urologen, Kardiologen, HNO-Arzt, Zahnarzt, ggf. Gynäkologen et cetera), die die Eignung zur Transplantation feststellen sollen.

Bei positivem Ergebnis wird der Patient dann im (normalerweise nächstgelegenen) Transplantationszentrum vorgestellt. In unserem Fall ist dies das Transplantationszentrum Regensburg. Dort erfolgen eine ausführliche Aufklärung und die endgültige Beurteilung über die Eignung zur Nierentransplantation. Von dort wird der Patient dann auch bei Eurotransplant in Leiden (Holland) gemeldet und dort registriert. Jetzt steht einer Transplantation nichts mehr im Wege. Ab jetzt sollte der Patient für das Transplantationszentrum immer erreichbar sein, also zum Beispiel ein „immer aktives“ Mobiltelefon besitzen, über das er im Falle eines Organangebotes schnell informiert und in die Klinik gerufen werden kann.

Nierentransplantation

Die Nierentransplantation erfolgt in einer etwa zweistündigen Operation, bei der die Spenderniere im Becken oberhalb der Leiste rechts oder links eingepflanzt und an die Blutgefäße angeschlossen wird. Der Harnleiter der Transplantatniere wird direkt an die Harnblase angeschlossen. Die eigenen Nieren müssen normalerweise nicht entfernt werden.


Weitere Betreuung nach der Nierentransplantation

In der wichtigen und kritischen Phase nach der Nierentransplantation bleibt der Patient zunächst im Krankenhaus. Sollte die transplantierte Niere nicht sofort die Arbeit aufnehmen – was durchaus nicht ungewöhnlich ist, da die Niere durch den Transport ein akutes Nierenversagen haben kann – so wird diese Zeit durch weitere Dialysen überbrückt.

Um eine Abstoßung zu verhindern, müssen regelmäßig Medikamente (wie Cyclosporin A, Tacrolimus, Corticosteroide oder Mykophenolat) eingenommen werden, die die körpereigene Abwehr gegen die Spenderniere unterdrücken. Diese Medikamente können mit der Zeit zwar reduziert, aber nie ganz abgesetzt werden. Die zuverlässige und regelmäßige Einnahme dieser Medikamente ist zur Verhinderung von Abstoßungsreaktionen unbedingt notwendig. Teilweise sind Medikamentenspiegelkontrollen notwendig. Nach der Entlassung erfolgt die weitere regelmäßige Betreuung durch das Transplantationszentrum und unser Zentrum als niedergelassene Nephrologen (den der Patient meist von früher kennt). Besonders wichtig sind die Selbstkontrollen des Patienten von Gewicht, Urinausscheidung, Körpertemperatur sowie Blutdruckmessung um Veränderungen oder Probleme (wie zum Beispiel eine Abstoßung der Transplantatniere) schnell erkennen zu können. Bei Problemen sollte sich der Patient sofort bei seinen betreuenden Nephrologen melden.

Wir Ärzte bemühen uns stets um eine optimale Abstimmung eventueller diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen mit dem jeweiligen Transplantationszentrum.

Weitere Informationen finden Sie in unserer Linkliste zum Thema Nierentransplantation.



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