Hämodialyse – Dialyse durch die „künstliche Niere“

Bei der Hämodialyse wird nach der Punktion eines geeigneten Blutgefäßes (AV-Dialysefistel, Shunt) das Blut in die sogenannte „künstliche Niere“ geführt. Das Kernstück der „künstlichen Niere“ ist ein Filter zur Blutreinigung. Der Filter besteht aus einer halbdurchlässigen Membran, die für Flüssigkeit und Blutsubstanzen bis zu einer gewissen Größe durchlässig ist. Während auf der einen Seite des Filters das Blut strömt, fließt auf der anderen Seite die Dialysierflüssigkeit. Die Schadstoffe können nun von der Blutseite auf die schadstofffreie Seite der Dialysierflüssigkeit wandern und werden dann einfach weggespült. Außerdem wird durch ein Druckgefälle zwischen den beiden Seiten des Filters Flüssigkeit entzogen. So können aus dem Blut Flüssigkeit und Schlackenstoffe herausgefiltert werden.

Die überschüssige Flüssigkeitsmenge, die dem Körper während der Hämodialyse entzogen werden muss, wird vom Pflegepersonal nach dem Zielgewicht des jeweiligen Patienten errechnet und an der Maschine eingestellt. Nach der Reinigung durch den Filter wird das Blut wieder zum Patienten zurückgeführt. Der Transport des Blutes wird durch Pumpen gewährleistet. Während einer Dialyse wird das gesamte Blut bis zu 10 Mal im Filter gewaschen (das sind in der sehr langen Nachtdialyse bis zu 130 Liter Blut!).

Die Behandlung mit der „künstlichen Niere“ erfolgt etwa drei Mal pro Woche für jeweils 4 – 8 Stunden im Dialysezentrum. Besondere Vorteile hat eine sehr lange Dialyse über 8 Stunden, die in der Nacht durchgeführt wird (Nachtdialyse).



Vorbereitung zur Hämodialyse

Dialyse Shunt

Um für eine Hämodialyse einen ausreichend großen Blutfluss im venösen System zu erreichen, muss durch eine kleine Operation ein Gefäßzugang, ein sogenannter Shunt angelegt werden. Dazu wird eine Vene (wenn möglich am Unterarm) an eine Arterie angeschlossen. Durch diesen künstlichen Kurzschluss (Shunt ist das englische Wort für Kurzschluss) wird die Vene stark durchblutet, erweitert sich innerhalb einiger Wochen und kann dann zur Dialyse genutzt werden. Der Shunt ist somit die „Lebensader“ des Dialysepatienten und muss deshalb sorgfältig gepflegt werden. Im Optimalfall sollte diese Operation schon mindestens 3 Monate vor Beginn der Behandlung mit Hämodialyse angelegt werden, um genügend Zeit für die Ausreifung des Shuntes zu haben.

Die Technik für die Hämodialyse

Dialyse Technik

Dialysegeräte für Hämodialyse sind High-Tech-Geräte, die computergesteuert die gesamte Dialyse überwachen und einen reibungslosen Ablauf gewährleisten. Sie regulieren den Blutfluss, die Zusammensetzung der Dialysierflüssigkeit und die notwendige Gewichtsabnahme (den Flüssigkeitsentzug) des Patienten. Schon kleine Abweichungen werden angezeigt, sodass durch das speziell ausgebildete Pflegepersonal sofort korrigierend eingegriffen werden kann. Die Geräte für die Hämodialyse werden in regelmäßigen Abständen durch Dialysetechniker der jeweiligen Herstellerfirmen gewartet und somit in immer optimalem technischen Zustand gehalten.