Informationen für Patienten

Soziales

www.dialyse-zuhause.de


Krankengeld

Bei Arbeitsunfähigkeit erhalten Versicherte innerhalb von drei Jahren wegen derselben Krankheit längstens 78 Wochen Krankengeld. Danach wird er Versicherte auf Reha geschickt. Jedoch Vorsicht! Mit Ihrer Unterschrift auf dem Reha-Antrag unterschreiben Sie zugleich Ihren Antrag auf Rente! Deshalb sollten Sie unter Ihrer Unterschrift den Vermerk „dies ist kein Rentenantrag“ setzen.
Berufstätige Dialysepatienten können an Dialysetagen zum Ausgleich für den Verdienstausfall Krankengeld beziehen.


Fahrtkosten zur Dialyse / Zuzahlung zu Arzneien, Heilmitteln etc.

Der Patient muss einen Eigenanteil bei Arznei-, Verband- und Heilmittel, Fahrkosten sowie Zahnersatz bis in Höhe der Zuzahlungsgrenze bezahlen.

Allerdings gibt es hier eine Härtefallregelung:

Eine vollständige Befreiung von Zuzahlungen (Sozialklausel) erhalten:

  • Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr, gleichgültig ob sie über ein eigenes Einkommen verfügen oder nicht.
  • Sozialhilfeempfänger und Empfänger von Leistungen im Rahmen der Kriegsopferfürsorge
  • Bezieher von Arbeitslosenhilfe
  • Bafög-Empfänger
  • Personen, die eine festgelegte Einkommensgrenze nicht überschreiten.

Eine teilweise Befreiung von Zuzahlungen errechnet sich wie folgt:

Für den chronisch Kranken gilt die 1%-Regel, d.h. alle chron. Kranken müssen so lange alle Belege (der ganzen Familie) von Rezepten, Fahrtkosten usw. sammeln, bis sie nachweisen können, dass der Betrag der gesammelten Belege 1% des Bruttoeinkommens der ganzen Familie erträgt.

Dann kann bei der zuständen Krankenkasse ein Antrag gestellt werden und es erfolgt die Freistellung für den chron. Kranken für den Rest des Jahres. Der Vorgang wiederholt sich dann jedes Jahr erneut. Ausführliche Informationen gibt Ihnen in jedem Fall Ihre Krankenkasse.


Schwerpflegebedürftigkeit

Ist diese festgestellt, können bei der Krankenkasse Kosten für eine häusliche Pflegehilfe beantragt werden. Ein Versicherter, der ausschließlich auf die Betreuung bei der Dialyse angewiesen ist, erfüllt die Voraussetzungen nicht. Es müssen weitere pflegerische Hilfen notwendig sein, damit Leistungen bezogen werden können.

Schwerbehindertenausweis

Der Schwerbehindertenausweis wird vom Versorgungsamt ausgestellt. Dialysepatienten erhalten einen Grad der Behinderung von 100%. Das heißt aber nicht, dass der Dialysepatient nicht berufstätig sein kann. Liegen neben der Grunderkrankung weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen vor, können zusätzliche Merkzeichen beantragt werden, die weitere Vergünstigungen und Leistungen nach sich ziehen (G = erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr, aG = außergewöhnliche Gehbehinderung, H = Hilflosigkeit, B = Notwendigkeit für ständige Begleitung, Bl = Blindheit, RF = Befreiung von der Rundfunk- und Fernsehgebührenpflicht).

Durch den Schwerbehindertenausweis erfolgt ein Nachteilsausgleich. Dieser betrifft:

  • Ausbildung/Studium/Beruf (Auskünfte gibt das zuständige Arbeitsamt)
  • Kraftfahrzeugsteuer und Versicherung (Auskünfte gibt das zuständige Finanzamt)
  • Kündigungsschutz (erweiterter Kündigungsschutz, Kündigung ist nur nach vorheriger Zustimmung der Hauptfürsorgestelle möglich)
  • Öffentliche Nahverkehrs/Parkerleichterungen
  • Bahncard für Senioren
  • Steuerfreibeträge (Auskünfte erteilt das zuständige Finanzamt)
  • Wohnen (Auskünfte gibt es in den zuständigen Rathäusern)
  • Zusatzurlaub (der berufstätige Dialysepatient erhält 5 Arbeitstage pro Urlaubsjahr als Zusatzurlaub)
  • Beim Sozialamt können Sozialhilfe, Pflegegeld, eine Gebührenbefreiung von Rundfunk- und Fernsehgebühren sowie eine Ermäßigung von Telefongebühren beantragt werden.

Altersruhegeld

Altersruhegeld können Patienten mit Schwerbehindertenausweis bereits ab dem 60. Lebensjahr beantragen, sofern sie 35 Versicherungsjahre nachweisen können.

Rentenanträge

Ist durch die Dialysebehandlung nur noch eingeschränkte Berufstätigkeit möglich, kann eine Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsrente beantragt werden. Auskünfte zum Rentenverfahren sind bei den Gemeinden, beim VdK, bei der BfA, LVA oder bei der Bundesknappschaft zu erlangen.

Zahnärztliche Behandlung

Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz dürfen hochwertigere Füllungen als Ersatz für Amalgam eingesetzt werden.