Apherese
Lipidapherese
Bei der Lipidapherese handelt es sich um ein Blutreinigungsverfahren, bei dem aus dem Blut bestimmte Blutfette (insbesondere das gefährliche LDL-Cholesterin) sowie Lipoprotein(a) und Fibrinogen (fördert die Gerinnung und „verdickt“ das Blut) entfernt werden können.
Anwendungsgebiet
Die Lipidapherese kommt bei besonders schweren Formen erhöhter Cholesterinspiegel im Blut zum Einsatz. Vorher müssen alle normalen Therapiemöglichkeiten wie Diät und medikamentöse Therapie ausgeschöpft sein. Meist handelt es sich dabei um Patienten mit einer angeborenen familiären Hypercholesterinämie.
Bei Patienten mit einem bereits stattgefundenen Herzinfarkt kann das Risiko für einen erneuten Herzinfarkt deutlich reduziert werden, wenn das LDL-Cholesterin dauerhaft unter 100 mg/dl gesenkt wird.
Verfahren
In unserem Zentrum wird das Verfahren der Lipidfiltration (Firma Diamed) durchgeführt.
Dabei wird das Blut über einen sehr großporigen Filter geleitet und ein Teil des Blutplasmas herausgefiltert. Darin finden sich die zu entfernenden Stoffe wie LDL-Cholesterin, Lipoprotein(a) und Fibrinogen. Diese werden im nächsten Schritt in einem weiteren Filter aus dem Plasma entfernt. Das gereinigte Blutplasma wird dem Patienten dann wieder zurückgegeben.
Da bei diesem Vorgang auch die Fließeigenschaften des Blutes verbessert werden, kann dieses Verfahren auch bei Erkrankungen angewendet werden, die durch eine gestörte Mikrozirkulation bedingt sind. Dies sind z.B. der Hörsturz (interner Link zur Seite Apherese bei Hörsturz) oder die altersabhängige Makuladegeneration (schwerste Sehstörung)
Je nach Schweregrad der Fettstoffwechselstörung werden die Lipidapheresebehandlungen in 1-2 wöchigen Abständen für etwa 2 bis 3 Stunden durchgeführt.

